"Schwul gleich links?" : konservative Strömungen in der Schwulenbewegung in Westdeutschland und den USA in den 1970er Jahren

Die Geschichte schwuler Befreiung in den 1970er Jahren ist bisher hauptsächlich aus dem Blickwinkel radikaler oder links-alternativer Aktivisten erzählt worden, mit einem Fokus auf Gruppen wie der Gay Liberation Front in New York oder der Homosexuellen Aktion Westberlin. Um dieses Narrativ zu differ...

Ausführliche Beschreibung

Bibliographische Detailangaben
Veröffentlicht in:Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. - Berlin : De Gruyter, 1953. - 71(2023), 3, Seite 557-597
1. Verfasser: Griffiths, Craig (VerfasserIn)
Weitere Verfasser: Vonderstein, Anne (ÜbersetzerIn)
Format: Online-Aufsatz
Sprache:German
Veröffentlicht: 2023
Zugriff auf das übergeordnete Werk:Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte
Schlagworte:Geschlechterrolle Homosexualität Gruppenverhalten Lebensstil Politisches Verhalten Sozialverhalten Politische Einstellung Konservativismus Neigung Gruppe Selbstverständnis
Beschreibung
Zusammenfassung:Die Geschichte schwuler Befreiung in den 1970er Jahren ist bisher hauptsächlich aus dem Blickwinkel radikaler oder links-alternativer Aktivisten erzählt worden, mit einem Fokus auf Gruppen wie der Gay Liberation Front in New York oder der Homosexuellen Aktion Westberlin. Um dieses Narrativ zu differenzieren, analysiert der Autor Kulturen des Konservativen in der Schwulenbewegung der 1970er Jahre durch einen Vergleich der Bundesrepublik mit den USA. Craig Griffiths beleuchtet Diskurse über Verantwortung und Vorsicht näher und konzentriert sich darauf, dass es schwule Männer gab, die sich als normal und vernünftig charakterisierten. Sie lehnten Konfrontation oder Extravaganz ab, und schon darin zeigt sich, dass Begriffe wie Befreiung, Emanzipation oder sogar gay power keine festen Bedeutungen hatten – schon gar nicht solche, die ausschließlich radikal oder konservativ gewesen wären.
The history of gay liberation in the 1970s has primarily been told through the prism of radical or left-alternative activists, focusing on groups like the Gay Liberation Front in New York or the Homosexual Action West Berlin. Complicating this narrative, this article analyses cultures of conservatism in male homosexual politics, comparing the Federal Republic with the United States in the 1970s. Craig Griffiths zooms in on discourses of responsibility and caution while focusing on the identifications of some gay men as ordinary and sensible and their rejection of confrontation and flamboyance. In doing so, he shows that concepts such as liberation, emancipation or even gay power have no fixed meanings, far less meanings that are inherently radical or conservative.
Beschreibung:Enthält Literaturangaben
ISSN:2196-7121
DOI:10.1515/vfzg-2023-0027