| Zusammenfassung: | ZUSAMMENFASSUNG - - In der kulturwissenschaftlichen Erinnerungsforschung spielte die Materialität von Gedächtnismedien bislang eine eher untergeordnete Rolle. Ziel des vorliegenden Beitrags ist es daher, die physische Beschaffenheit von Gedächtnismedien in den Blick zu nehmen. Unter Gedächtnismedien verstehen wir vor allem materiale Gedächtnisträger, d. h. alle Dinge, die Erinnerung auslösen, wobei es dabei nicht relevant ist, ob diese Funktion ursprünglich intendiert war oder nicht. Von besonderem Interesse sind für uns schrifttragende Gedächtnismedien, da diese gegenüber nichtbeschrifteten Dingen die Besonderheit aufweisen, dass die semantische Ebene des Textes und seine Rezeptionspraktiken den Gegenstand auf spezifische und zu untersuchende Art und Weise als gedächtnistragend ausweisen. - - Gedächtnismedien sind eingebettet in ein Spannungsfeld zwischen ursprünglich intendierter Gedächtnisstiftung und gleichzeitig und/oder später an ihnen vollzogenen Rezeptionsvorgängen. Objekte können demzufolge „Gedächtnisbiographien“ durchlaufen, die sogar durch Phasen völligen Vergessens unterbrochen sein können. Eine adäquate Untersuchung von Gedächtnismedien muss also sowohl deren produktionsseitige als auch deren rezeptionsseitige Funktionalisierungen in den Blick nehmen. - - Dieser Aufsatz wird sich zunächst einigen theoretischer Vorüberlegungen widmen, um diese dann anschließend anhand von Fallbeispielen aus unterschiedlichen Disziplinen durchzuarbeiten.
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